Hallo Freunde! Heute habe ich ein ganz besonderes Schmankerl für euch am Start! Ich konnte den großartigen Wendelin Hübner von adidas für ein exklusives Interview gewinnen. Gesprochen habe ich mit Wendelin über die drei Streifen, den Lifestyle in Berlin, Hip Hop und Fußball. Ob Wendelin Nike trägt? Erfährst du ebenfalls in diesem Interview!

Wendelin Hübner im Interview: adidas, Berlin und Musik

Phil, dasschoenespiel: Moin Wendelin! Vielen Dank für deine Zeit. Wie geht’s dir?

Wendelin Hübner: Moin Phil, danke, mir geht es prima. Es ist Sommer in Berlin, da kann es einem gar nicht schlecht gehen.

Phil, dasschoenespiel: Stell dich doch mal eben vor und erzähle uns, wer du bist, was du so treibst und wie es dazu kam. Oder kurz gesagt: Wendelin Hübner in drei Sätzen!

Wendelin Hübner: Ich heiße Wendelin und arbeite seit 2004 professionell in der Medienbranche. Seit 2013 bin ich Teil des Public Relations Teams von adidas und neuerdings von unserem Newsroom Germany. Ich kann mir kaum einen besseren Job vorstellen, denn ich liebe Streetwear-Culture und Sport, insbesondere den Fußball als treuer Fan des ruhmreichen VfB Stuttgart.

Phil, dasschoenespiel: Du selbst warst einst Blogger und arbeitest heute mit sehr vielen Bloggern und Influencern zusammen. Oftmals wird behauptet, dass das Medium Blog ein Auslaufmodell sei und die Generation Y lieber Videos schaut. Wie stehst du dazu?

Wendelin Hübner: Erstmal würde ich mich selbst eher nicht als einstigen Blogger bezeichnen. Bevor ich bei den Drei Streifen angefangen habe, war ich eher ein typischer Berliner „Was mit Medien“-Mensch, der journalistische Arbeit und Start-up-Ideen mit PR-Arbeit quer finanzierte. Aber um die Frage zu beantworten: Der Begriff Blog und Blogger ist in den vergangenen Jahren immer inflationärer verwendet worden. Heute nennen sich Leute Blogger, die außer den Hashtags unter ihrem Insta-Post noch keine einzige Zeile geschrieben haben. Ich denke, dass „echte“ Blogger, die zu einem bestimmten Thema eine eigenständige Haltung aufbauen und ausdrücken, auch künftig ihre Leser finden werden. Alles, was dagegen eher Entertainment-Charakter hat, rückt weiter in Richtung Foto- und Video-Content.

Phil, dasschoenespiel: Du bist seit April 2017 als „Key City PR Manager Berlin “ tätig. Was unterscheidet diese Position von deiner vorherigen Stelle in Herzogenaurach?

Wendelin Hübner: Zunächst einmal natürlich der Ort. Berlin ist eine Medienstadt und ich pflege hier tagtäglich den direkten Kontakt zu Journalisten, Bloggern, Influencern und Agenturen. Inhaltlich hat sich für mich auch Vieles geändert. War ich in Herzogenaurach nahezu ausschließlich mit Fußball beschäftigt, kümmere ich in Berlin um alle Hauptstadtthemen. Also nicht nur Fußball, sondern auch Running oder Fashion. Und in so einer Metropole ist immer etwas los. Wir betreiben etwa im Stadtteil Wedding die Football BASE, eine Weltklasse Indoor-Fußball-Location (Hier geht es zur Facebook-Page). In Kreuzberg steht die RUNBASE (Hier geht es zur Facebook-Page), die zentrale Anlaufstelle für alle Läufer, Workout- und Yoga-Fans. Dazu haben wir noch eine Reihe von Stores in Berlin, die Fashion Week und die Bread & Butter finden hier statt, und und und. Du kannst dir vorstellen: Ich bin ganz schön viel in der Stadt unterwegs und immer beschäftigt.

Phil, dasschoenespiel: Was macht Berlin so interessant? Weshalb konzentriert sich adidas so sehr auf die Hauptstadt?

Wendelin Hübner: Grundsätzlich liegt der strategische Fokus von adidas auf so genannten „Key Cities“. Damit sind die Metropolen gemeint, die regelmäßig Trends hervor bringen und in denen sich die Kreativszene konzentriert. Für Deutschland nimmt Berlin diese exponierte Stellung ein. Hier sind die Influencer aus Fashion, Kultur und Sport zu Hause.

Phil, dasschoenespiel: Wo liegen die Unterschiede zwischen Herzogenaurach und Berlin in Sachen Lifestyle?

Wendelin Hübner: Die beiden Orte kann man überhaupt nicht miteinander vergleichen. Herzo ist das Mutterschiff, dort sitzen talentierte Menschen aus der ganzen Welt und entwickeln die besten Sportartikel und denkwürdigsten Kampagnen. Den adidas Campus umweht daher ein sehr kreatives, internationales Flair. Ich gebe zu, dass ich das Headquarter manchmal etwas vermisse. Auf der anderen Seite ist in Berlin immer etwas los, man lernt quasi täglich neue interessante Leute kennen, was Spaß macht und das persönliche Netzwerk stärkt.

Phil, dasschoenespiel: Wenn du Berlin mit einem Satz beschreiben müsstest, dann würdest du sagen, dass…?

Wendelin Hübner: Berlin ist wie ein bestimmter Schlag Mensch, den jeder gerne in seinem Freundeskreis hat: und zwar der, der gerne Witze erzählt und selber am lautesten darüber lacht; der, der lässig und cool rüber kommt, ohne sich dafür anstrengen zu müssen; der, der manchmal richtig nervt und dich um Geld anpumpt, dem du aber auch nicht lange böse sein kannst; und der, der eine gute Party erst zu einer legendären macht.

Phil, dasschoenespiel: adidas spielt das Motto „vom Stadion auf die Straße “ in den letzten Monaten ziemlich intensiv. Wo siehst du die Berührungspunkte zwischen Stadion und Straße?

Wendelin Hübner: Auf der Straße werden Fußballtalente geboren. Und auf der Straße finden Modetrends ihren Ursprung. Die Attitüde des Straßenfußballs und der Style von der Straße finden sich zudem immer stärker in den großen Stadien wieder. Auf der anderen Seite sind die Helden der Stadien, die Pogbas und Messis, immer noch die Idole der Kids von den Bolzplätzen und beeinflussen diese. Das Yin & Yang-Prinzip: Straße und Stadion komplettieren sich gegenseitig.

Phil, dasschoenespiel: Auch Musik spielt im Fußball eine große Rolle. Du hörst gerne Hip Hop. Wie kann man dieses Genre auf den Fußball projektieren? Und was bedeutet Hip Hop für dich?

Wendelin Hübner: Gut recherchiert. Tatsächlich liebe ich Hip Hop, weil es aus meiner Sicht das vielschichtigste, wandlungsfähigste populäre Musik-Genre ist. Außerdem mag ich das Pathos und den Wortwitz im Hip Hop. Wer sich ein bisschen mit der Musik beschäftigt, dem wird die Verbindung zwischen Rap und Fußball schon länger vertraut sein, zumindest in Europa. Vor allem für die jüngere Generation von Streetrappern gehört es zum Style, im Video oder auf der Bühne Fußballtrikots zu tragen. Was für die amerikanischen Rapper das Basketball-Trikot ist, ist für die Europäer das Manchester United- oder FC Bayern-Jersey.

Phil, dasschoenespiel: NIMO ist im deutschsprachigen Rap & Hip Hop Game mittlerweile ein großer Name. In seinen Videos trägt er oft Klamotten von adidas. Gezieltes Sponsoring oder Zufall?

Wendelin Hübner: Beides. Wir haben bei uns im Haus eine eigene Abteilung, die sich um die Beziehungen zu Künstlern und Musikern kümmert. Diese Kollegen haben NIMO früh als talentierten Rapper identifiziert und die Beziehung zwischen Marke und Künstler aufgebaut. NIMO war bereits zuvor großer adidas Fan, allerdings wird ihm der Zugang zu unseren Produkten durch die jetzt bestehende Beziehung ein wenig erleichtert. NIMO ist darüber hinaus auch großer FC Bayern-Fan und liebt die neuen Trikots.

Phil, dasschoenespiel: Apropos Trikots.. adidas war auch auf FIFA 17 ziemlich exklusiv vertreten. Was verspricht man sich durch dieses Engagement? Spielt die wachsende Popularität von eSports auch für adidas eine Rolle?

Wendelin Hübner: Junge Fußballer sind natürlich nicht nur auf dem Bolzplatz aktiv, sondern auch auf der Konsole. Daher ermöglicht uns die Partnerschaft mit EA eine weitere sinnvolle Kommunikation mit der Zielgruppe. Und vor wenigen Wochen fand sogar das FIFA 17 Ultimate Team World Champion in der adidas Football BASE in Berlin statt. Die Verbindung zwischen Online- und Offline-Sport ist also definitiv gegeben.

Phil, dasschoenespiel: Die Rivalität zwischen Adi Dassler und seinem Bruder, dem Gründer von Puma, Rudolf Dassler, wurde gleich zweimal verfilmt. Ist die Rivalität noch 2017 zu spüren?

Wendelin Hübner: Wenn man in Herzogenaurach mit Kollegen spricht, die schon etwas länger dabei sind, hört man schon heraus, dass früher ein regelrechter Spalt durch die kleine Stadt gegangen ist. Natürlich waren auch die Spielfilme, die kürzlich im TV liefen, ein großes Thema. Faszinierend, für so ein „filmreifes“ Unternehmen zu arbeiten. Heute sind die Verhältnisse zwischen den Unternehmen jedoch weitaus entspannter.

Phil, dasschoenespiel: Was können wir von Adi Dassler lernen?

Wendelin Hübner: Den absoluten Fokus auf das für den Athleten bestmögliche Produkt. Dieses Streben bildet bis heute die DNA von adidas und ist der Kern von allem, was wir tun.

Phil, dasschoenespiel: Rivalität gibt es im Jahr 2017 insbesondere zwischen adidas und Nike. Trägst du abseits deines Jobs auch mal Schuhe mit dem „Swoosh“?

Wendelin Hübner: Ganz ehrlich, wer mit Leidenschaft für die Drei Streifen arbeitet, der kommt gar nicht auf die Idee, etwas anderes zu tragen. Zumal die angesagten Sneakers wie Ultraboost, NMD oder Stan Smith alle von adidas kommen.

Phil, dasschoenespiel: Mit Aubameyang, Lewandowski und Modeste standen gleich drei Top-Torjäger an der Spitze der Torjägerliste der Bundesliga. Der erste adidas Athlet dahinter war Timo Werner. Weshalb sind die treffsichersten Stürmer auf Nike Boots unterwegs?

Wendelin Hübner: Dafür sind die drei Erstplatzierten aber auch alle schon Ende zwanzig und werden daher nicht mehr ewig ganz oben stehen. Und wenn man sich international umschaut, sieht man jede Menge Topangreifer in adidas-Schuhen. Man denke an Leo Messi oder Luis Suarez. Und ein Thomas Müller wird in der nächsten Saison sicher wieder häufiger treffen …

Phil, dasschoenespiel: Timo Werner erntete mit seiner Schwalbe gegen Schalke 04 aber auch viel Spott und Häme, trotzdem ist er als Markenbotschafter für adidas unterwegs. Was macht Timo Werner so interessant für adidas?

Wendelin Hübner: Man muss sich nur mal seine Vita und seine Trefferquote vor Augen halten. Timo Werner ist erst 21, hat aber schon fünf Jahre Bundesliga auf dem Buckel. Außerdem ist seine Spielweise, das Agile, Explosive, aus unserer Sicht in Deutschland einzigartig. Timo ist für uns das perfekte Testimonial für Nemeziz, einen Fußballschuh, der genau diese Spielweise unterstützt.

Phil, dasschoenespiel: Auch Paul Pogba stand in den letzten Monaten vermehrt im Fokus der Öffentlichkeit. Was macht den Franzosen so interessant?

Wendelin Hübner: Paul Pogba ist ein junger, charismatischer Spieler. Er macht auf und neben dem Platz sein eigenes Ding, liebt Mode, Musik, Tanzen. Damit verkörpert er ziemlich genau den „Creator“, den wir ansprechen wollen: junge Athleten, die unbekümmert ihren Weg gehen, im Stadion für das gewisse Extra sorgen und ihren eigenen Style ausleben.

Phil, dasschoenespiel: Die abgelaufene Saison verlief ziemlich gut für adidas. Im Champions League und Europa League Finale trugen alle Teams die Trikots von adidas. Freut man sich da? Und wem hast du in den Spielen die Daumen gedrückt?

Wendelin Hübner: Klar fiebere ich insbesondere mit den adidas-Mannschaften mit. Allein deswegen, weil mir zu fast jedem Team ein Kollege einfällt, der mit dem jeweiligen Club ganz eng zusammenarbeitet. Beim Finale der Champions League habe ich ehrlich gesagt Juventus etwas mehr die Daumen gedrückt. Letztlich war Real aber ein absolut verdienter Sieger. Das Europa League-Finale zwischen Ajax und Manchester United habe ich eher neutral verfolgt.

Phil, dasschoenespiel: Welche Mission verfolgst du bei adidas? Was möchte ein Wendelin Hübner im Jahr 2027 bei adidas erreicht haben?

Wendelin Hübner: Meine Mission: Dass mein VfB spätestens in zehn Jahren wieder in adidas-Trikots spielt. Und die seriöse Antwortet: Ich hoffe, dass ich dazu beitragen kann, dass adidas auch in Zukunft für zeitgemäße, kreative Kommunikation steht und die Leute Lust auf die Marke haben.

Phil, dasschoenespiel: Zu guter Letzt, kannst du uns deine absolute all time Top 11 zusammenstellen?

  1. Robert Enke – RIP
  2. Paolo Maldini – einstiger Weltklasse-Außenverteidiger mit viel Charisma
  3. Philipp Lahm – wahrscheinlich der Spieler in der Fußballgeschichte mit der geringsten Fehlerquote
  4. Benedikt Höwedes – intelligent, sympathisch, bodenständig, unaufgeregt – einfach ein ganz feiner Kerl
  5. Slobodan Dubajic – Libero der 92er Meistermannschaft des VfB, von Franz Beckenbauer in die Weltauswahl berufen, danach prompter Absturz in die sportliche Bedeutungslosigkeit
  6. Gerd Dais – spielte vor Jahrhunderten Bundesliga beim SV Waldhof und war mal mein Gegenspieler bei einem Amateur-Kick – ich sah kein Land …
  7. Bastian Schweinsteiger – gehört allein wegen dem WM-Finale 2014 in jede „Hall of Fame“
  8. Johan Cruyff – der einzig wahre Styler der Fußballgeschichte
  9. Giovane Elber – technisch begnadeter, humorbegabter Mittelstürmer
  10. Zinedine Zidane – ihm früher zuzuschauen: der pure Genuss
  11. Jürgen Klinsmann – Idol meiner Kindheit und der Grund, warum ich VfB-Fan wurde!

Was sagt ihr zur Top 11 von Wendelin? Wie hat euch das Interview gefallen? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!

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