Dezember 9, 2022

Dasschoenespiel

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Kommentar: Leere Spielfelder sind unfair, aber Fußball ist ein beliebtes Epidemie-Punschpaket | Feedback | DW

In ganz Deutschland werden Fußballfelder aufgrund steigender COVID-19-Raten mit begrenzter Kapazität oder hinter verschlossenen Türen betrieben.

Zum Beispiel waren am Freitagabend im Stadion von Borussia Dortmund mit 83.000 Zuschauern nur 750 Fans anwesend, als ihre Mannschaft Freiburg mit 5:1 besiegte.

Alles andere ist jedoch offen. Während zweihundert Dortmunder Fans in der „gelben Wand“ lauerten, die normalerweise draußen in der Kälte schlägt, lief das berühmte Elphilmorn-Opernhaus in Hamburg fast drinnen – mit voller Kapazität.

Viele der anderen 82.000 Fußballfans, die normalerweise draußen im Westfalenstadion sitzen, anstatt in Kneipen – drinnen – im Fernsehen zuzuschauen -, ist die gleiche lächerliche Situation immer wieder in Städten im ganzen Land passiert.

Das ist eine völlig unfaire Situation, die Fußballklubs wöchentlich Millionen Euro kostet, aber die steigende Infektionswelle nicht eindämmt – im Gegenteil.

Im November brach Empörung aus, nachdem das Bundesliga-Derby zwischen Köln und Borussia Mönchengladbach vor 50.000 Zuschauern ausgetragen worden war. „Solche Bilder können wir nie wieder machen“, sagte NRW-Ministerpräsident Hendrik West in Köln. „Das ist kein gutes Zeichen“, sagte Bayerns Ministerpräsident Marcus Söder.

Dennoch bestätigte die Stadt Köln in den folgenden Wochen, dass im Derby keine COVID-19-Fälle nachgewiesen worden seien, sondern Indoor-Veranstaltungen wie private Partys, Clubnächte, ein Basketballspiel und ein Pflegeheim.

Das ist keine Überraschung. Der Wettbewerb fand unter „2G“-Bedingungen statt, das heißt alle 50.000 Teilnehmer waren geimpft oder genesen.

Es geschah unter freiem Himmel, und wie bei anderen Bundesliga-Spielen war dieser Reporter persönlich anwesend, und die relevanten Dokumente wurden an Kontrollpunkten außerhalb des Stadions streng kontrolliert – was härter war als der Rest des Lebens.

Sie können strenge Kontrollen erwarten; Vereine haben ein finanzielles Interesse daran, dass die Fans sicher teilnehmen können.

Matt Ford von der DW

Ganze Stadien sind ein positives Signal

Zwei Monate später sammelten mehr als 70 % der deutschen Bevölkerung doppelte Impf- und Auffrischungsimpfungsgeschwindigkeiten, was bestätigte, dass Corona-Virusinfektionen mild waren und dass Krankenhäuser nicht verlängert wurden, mit noch weniger Rechtfertigung für Kapazitätsbeschränkungen.

Aber Fußballklubs und Fußballfans werden wieder abgestraft, weil ganze Stadien „das falsche Signal senden“. Das ist ein rein symbolisches und populistisches Argument, es bleibt nicht stehen.

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Umgekehrt sind ganze Fußballfelder ein durchaus gültiges Signal, ein Signal an kleine und immer aggressiver werdende Minderheiten, die sich weigern, sich impfen zu lassen, und damit zur Normalität beitragen.

Warum jetzt den Preis zahlen, wo Fußballfans und Politiker, die verantwortungsbewusst handelten, indem sie sich an die Lockdown-Maßnahmen hielten und sich selbst impften, es versäumt haben, die Situation zu erfassen?

Denn das überholte und ungerechtfertigte Image der Fußballfans als verantwortungslos hält sich hartnäckig.

Fußball ist nicht perfekt, aber das kann man ihm nicht vorwerfen

Zu Beginn der Epidemie wurde dem Fußball vorgeworfen, eine Sonderbehandlung erhalten zu haben, als ihm erlaubt wurde, die Bundesliga neu zu starten, und angeblich wichtige Testfähigkeiten von medizinischen Diensten abgenommen hatte – was alles nicht stimmte; Clubs haben auf eigene Kosten einen ausgeklügelten Gesundheitsplan entwickelt und umgesetzt, und viele haben auf ihrem Gelände Impfzentren eingerichtet.

Nicht geimpfte Fußballer wie Joshua Kimmich seien zweifellos verantwortungslos, aber bis Ende 2021 seien nur 86 der mehr als 1.000 Fußballer bis Ende 2021 nicht geimpft worden, so Christian DFL-Präsident. Das sagte Seifert der Süddeutschen Zeitung.

Was die verantwortungslosen Fans betrifft, so waren sie die ersten, die eine Unterbrechung der Bundesliga im Jahr 2020 forderten und gefährdeten Gruppen in der Gemeinde Erste Hilfe leisteten. Und wenn es um Fußballgier, Kommerz und Korruption geht, sind die Fans die größten Kritiker.

Sie dürfen nicht aus den Stadien ausgesperrt werden, wenn Betreiber die Elphharmonie besuchen und andere kulturelle Einrichtungen geöffnet sind. Aber sie sind ein leichtes Ziel für Politiker, denen es nicht gelingt, die Epidemie einzufangen.