Japanische Fußballschuhe: Die Q-Frage

Japanische Fußballschuhe

Fußballschuhe gibt es in allen möglichen Formen, Farben und Preisklassen. Die weltweit beliebtesten Boots kommen von Brands wie Nike, adidas oder PUMA. Heute möchten wir uns allerdings mit weniger bekannten Modellen beschäftigen. Es geht um japanische Fußballschuhe, deren Herkunft und Geschichte hier in Deutschland so gut wie nie erwähnt wird. Wir ändern das mit diesem Beitrag und machen eine Reise in das Land des Lächelns. Und selbstverständlich stellen wir auch die „Q-Frage“, also die Frage nach der Qualität von japanischen Fußballschuhen.

Japanische Fußballschuhe: Asics und Mizuno regieren

Spricht man von Fußballschuhen aus Japan, dann fallen meistens die Namen zweier Brands: Mizuno und Asics. Und das ist auch kein Wunder, denn dahinter gibt es quasi keine Konkurrenz für beide Hersteller.

Asics: Die Nummer 2 im japanischen Fußball

In Deutschland dürfte Asics wohl am bekanntesten sein, was aber nicht an der fußballerischen Präsenz, sondern vielmehr an den seit Jahren gesetzten Laufschuhen aus dem japanischen Kobe (dort wo Lukas Podolski spielt, hier könnt ihr euch die Kollabo von Poldi und dm anschauen) liegen dürfte. Im Jahr 1949 fing Firmengründer Kihachiro Onitsuka an, die unterschiedlichsten Sportschuhe zu entwickeln und zu vertreiben. Sein Antrieb? Die Worte eines ehemaligen Freundes, mit welchem er zusammen aus dem 2. Weltkrieg kam:

Wenn sie zu gott beten, sollten sie für einen gesunden geist in einem gesunden körper beten

Und so entstanden dann handgefertigte Basketball-, Lauf-, und Turnschuhe. Bis ins Jahr 1962 hatte Asics nichts mit Fußballschuhen am Hut. Zum Vergleich: adidas und PUMA hatten zu diesem Zeitpunkt schon den Weltmarkt eingenommen und durch neue Entwicklungen revolutioniert. Doch das schien die Japaner nicht weiter zu stören, denn im April 1962 kam der erste Fußballschuh von Asics auf den Markt.

Von den heutigen Hightech-Boots war das nachfolgende Exemplar zwar noch sehr weit entfernt, aber man hatte für die damalige Zeit sehr gute Ansätze. So war der erste Fußballschuh von Asics entgegen der damaligen Trends kein Lederschuh und bestand nur aus Stoff und sieben Gummi-Stollen. Von aerodynamischer Linienführung wusste man zu der Zeit auch in Japan nichts, weshalb die Boots noch relativ „klumpig“ aussahen.

Japanische Fußballschuhe
Foto: Asics

Asics und der Kampf um den Markt im Fußball

Viele Jahre später ist Asics ein riesiger Konzern mit steigenden Umsatzzahlen. Am Fußball liegt das allerdings weniger, weil die Laufschuhe noch immer der Kassenschlager sind. In den 90ern tat man aber sein Bestes, um auch im beliebtesten Sport der Welt Fuß zu fassen. Dabei entstand dann zum Beispiel die Partnerschaft zwischen Asics und dem japanischen Verband, welche sich auf den verschiedenen Trikots der Nationalelf wiederspiegelte.

Lustiger Fakt am Rande: Seit 1999 ist adidas der offizielle Ausrüster der Japaner, vorher wechselte das Team ihre Trikots ziemlich oft. Es gab Trikots von PUMA, adidas und eben Asics in wechselnden und unregelmäßigen Abständen – Herrlich, diese wilden und chaotischen 90er…

Angekommen in der Gegenwart

Heute konzentriert sich Asics auch auf Fußballschuhe. Dieses Unterfangen wird einem Boothead während der WM wieder eindrucksvoll vor Augen geführt. Weshalb? Die Japaner Yuya Osako (1. FC Köln und bald Werder Bremen), sowie Takashi Inui (SD Eibar), tragen das Boot-Flaggschiff von Asics, den Asics DS Light.

Japanische Fußballschuhe
Foto: Asics

Doch Asics ist in Sachen Fußballschuhe nicht der King in Japan. Die Konkurrenz von Mizuno ist in diesem Bereich nämlich deutlich stärker unterwegs…

Japanische Fußballschuhe: Matador Mizuno

Mizuno aus der Hafenstadt Osaka. Die Erfolgsgeschichte startete im Jahr 1906 mit zwei Brüdern und einem Baseball. Rihachi Mizuno und sein jüngerer Bruder Rizo gründeten die MIZUNO Brothers Ltd. und vertrieben Sportartikel aus dem Westen. Im Jahr 1913 wurden dann die ersten eigenen Baseball-Bälle und Handschuhe produziert. Und Fußballschuhe? Die waren zu dieser Zeit noch weit entfernt…

Bis ins Jahr 1985, als der Mizuno Morelia auf den Markt kam. Ein klassischer Fußballschuh aus Leder, wie wir ihn schon gefühlt 1000 Mal gesehen haben. Die Fersenkappe am 85er Morelia erinnert sogar ein wenig an die Design-Elemente von adidas – Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Zum Vergleich: Nikes Mercurial Superfly bringt ca. 185 Gramm auf die Wage, während der Top-Boot von Mizuno, der Morelia Neo, mit 275 Gramm schon fast wie ein Schwergewicht daherkommt. Das liegt selbstverständlich an dem schwereren K-Leder, welches auf Langlebigkeit und höchstmöglichen Schutz für den Fuß ausgelegt ist.

Insgesamt bietet Mizuno aktuell drei Top-Silos für die unterschiedlichsten Spielertypen an:

  • Mizuno Morelia II: Der Klassiker – Gebaut für ein komfortables Spiel mit viel Ballkontrolle
  • Mizuno Morelia Neo II: Der Mizuno für schnelle Spieler – Mit leichtem Känguru-Leder
  • Mizuno Rebula II: Innovativer Schuh ohne äußere Nähte, aber mit innerem Rahmen für die perfekte Passform
Japanische Fußballschuhe
Foto: Mizuno

Während unserer Recherche haben wir noch ein cooles Video von der Produktion des Mizuno Rebula V1 finden können, der in Japan handgefertigt wird bzw. wurde. Die japanische Brand hat nicht annähernd die Absatzzahlen von den großen Herstellern, weshalb man den Fokus klar auf die perfekte Verarbeitung legen kann.

Japanische Fußballschuhe
Foto: Mizuno

Auch deshalb gelten die Fußballschuhe aus Osaka zu Recht als „Liebhaberstücke„. Das Design ist etwas gewöhnungsbedürftig, da die Boots entgegen vieler Trends eher „verkürzt“ wirken. Durch die spezielle Schnürung rutscht man aber nicht aus den Schuhen und ist jederzeit mit einem enorm hohen Komfort auf dem Platz unterwegs.

Top 4 bei der WM – Mizuno kämpft in Russland

Auch wenn Mizuno nicht etliche Millionen in die Vermarktung der Produkte steckt, sind die Japaner dennoch während der WM in Russland omnipräsent. So ist es nur auf den ersten Blick überraschend, dass nach Nike, adidas und PUMA schon Mizuno im Brand-Ranking folgt. Insgesamt tragen laut footballbootsdb.com zehn Spieler die Schuhe von Mizuno.

Jetzt stellt man sich die Frage, ob 10 von 23 Japanern absolute Patrioten sind und auf Mizuno setzen. Die Antwort auf diese Frage ist etwas überraschend, denn im Kader von Japan befinden sich insgesamt nur vier Mizuno-Spieler (Maya Yoshida, Keisuke Honda, Ryota Oshima und Shinji Okazaki). Und der Rest? Der verteilt sich auf folgende WM-Kicker:

  • Ju Se-Jong (Südkorea)
  • Kim Young-Gwon (Südkorea)
  • Yun Young-Sun (Südkorea)
  • Go Yo-Han (Südkorea)
  • Kim Shin-Wook (Südkorea)
  • Antonio Rukavina (Serbien)

Gut, den einen Superstar gibt es unter den Mizuno-Athleten wohl eher nicht. Sind die großen Spieler also eher vom japanischen Hersteller abgeneigt? Nein, denn es gab und gibt einige Spieler, die auf die Fußballschuhe von Mizuno setzten bzw. setzen. Beispiel gefällig? Ihr kennt sicherlich Hulk (nicht der von Marvel), also der Typ mit dem gewaltigen Schuss. Hulk? Brasilien? Ja, tatsächlich ist Hulk im Mizuno Morelia Neo unterwegs. Mittlerweile kickt er in China und wurde nicht für die WM nominiert, dennoch gehört er zu den großen Namen im Mizuno-Kader. Aber es geht noch prominenter…

So trugen beispielsweise Roberto Carlos und Kaka Fußballschuhe von Mizuno. Auch Ex-PSG-Kicker Thiago Motta setzt auf die japanischen Treter. Was lernen wir daraus? Japanische Fußballschuhe sind nicht nur in Asien, sondern auch in Südamerika ziemlich beliebt. Und wer weiß, vielleicht sehen wir bald ja auch den ein oder anderen Spieler aus der Bundesliga in den Schuhen von Mizuno auflaufen.

Fazit: Japanische Fußballschuhe liefern Qualität

Ja, diese Zwischenüberschrift sagt schon Einiges aus. In der westlichen Welt herrschen noch oft Vorurteile gegenüber asiatischen Produkten. Die japanischen Fußballschuhe von Asics und insbesondere Mizuno beweisen allerdings das Gegenteil. Mit viel Liebe zum Detail werden die Boots entworfen und mit fanatischer Genauigkeit umgesetzt. Auch technisch können die Guns aus Japan mit der globalen Konkurrenz mithalten, trotz oder insbesondere wegen der eher zurückhaltenden Werbemaßnahmen. Wer viel Wert auf Qualität legt und mit dem gewöhnungsbedürftigen Design leben kann, dem sprechen wir an dieser Stelle eine klare Empfehlung für japanische Fußballschuhe aus.

Habt ihr Erfahrungen mit japanischen Fußballschuhen gemacht? Wenn ja: Welche Boots habt ihr getestet? Schreibt eure Meinung in die Kommentare oder schreibt uns via Instagram!

Ein Gedanke zu „Japanische Fußballschuhe: Die Q-Frage“

Eine Antwort schreiben

Schreibe eine Antwort

Ich akzeptiere