Im Interview: Freestyler René Mathussek

Es gibt Ballkünstler und Grobmotoriker. Zwischen Ronaldinho und Per Mertesacker liegen Welten. Und dann gibt es professionelle Freestyler. Einer dieser Freestyler ist René Mathussek. Ihr wollt wissen, wie sein Leben als international tätiger Freestyler aussieht und welchen Lifestyle er feiert? Dann checkt dieses exklusive DSS-Interview ab!

René Mathussek im DSS-Interview

Servus René! Vielen Dank für deine Zeit. Stell dich doch einfach kurz vor und erzähle uns was du so treibst.

René Mathussek: Hey! Sehr gerne. Mein Name ist René Mathussek und ich bin Freestyler – Das heißt ich mache verschiedene Tricks mit dem Fußball verbunden mit coolen Beats.

Du bist „Freestyler“. Wie entsteht ein solcher Berufswunsch?

René Mathussek: So sieht’s aus ! Also ich würde es eher Berufung nennen. Ich denke wie bei jedem Artist ist es dadurch entstanden, dass ich einfach meiner Leidenschaft und Intuition gefolgt bin, genau das zu machen worauf ich Bock hatte. Und dann hat sich eins nach dem anderen entwickelt. Anfangs waren es nur kleine Videoclips auf dem Bolzplatz oder kleine Auftritte bei regionalen Vereinen. Das Ganze hat sich aber schnell weiter entwickelt und mittlerweile hab ich schon in circa 30 Ländern weltweit Shows performt oder Videos gedreht.

Hast du denn vorher „normal“ Fußball gespielt?

René Mathussek: Jo klar, bevor ich mich komplett aufs Freestylen konzentriert habe, habe ich normal Fußball gespielt. Beim 1.FC Normannia Gmünd in meiner Geburtsstadt Schwäbisch Gmünd, in der Nähe von Stuttgart. Nach der A-Jugend habe ich aber aufgehört und mich 100% auf Freestyle fokussiert.

Wenn man erst später dein Handwerk erlernen wollen würde, welche Erfolgsaussichten würde es für dieses Projekt geben? Und wie lange müsste man trainieren?

René Mathussek: Chancen wären auf jeden Fall da, wenn man eine große Leidenschaft dazu entwickelt. Wie lange das dann genau dauert, hängt von einem selbst ab – je nach dem wie viel Zeit man in Training investiert, wird man sich kontinuierlich verbessern und Stück für Stück neue Tricks erlernen. Falls eure Leser sich mal ausprobieren wollen, dann checkt doch mal den Channel meiner Freestyle Academy ab.

Wie groß ist die Szene der professionellen Freestyler? 

René Mathussek: Schwierig zu sagen, die Szene an Freestylern wächst auf jeden Fall stetig und mittlerweile kann man nicht mehr genau sagen wie viele deutschlandweit- oder weltweit aktiv sind, weil es mittlerweile echt viele sind. Aber wie viele davon wirkliche Profis sind kann ich nicht genau sagen.

Kapstadt, Abu Dhabi, WM 2006

Du trittst regelmäßig auf Events rund um den Globus auf. Welches Event bzw. welche Events sind dir nachhaltig in Erinnerung geblieben? 

René Mathussek: Ja genau, ich bin sehr viel unterwegs und immer bei verschiedenen Projekten in unterschiedlichen Ländern am Start! Das ist manchmal gar nicht so einfach zu sagen, da es echt viele Events gibt die mir sehr positiv in Erinnerung geblieben sind.
Aber ich probiere mal kurz ein paar meiner Favorite Moments zusammenzufassen.

Also einer meiner geilsten Shows vom Feeling her war sicherlich die Show im Cape Town Stadium in Kapstadt in der Halbzeitpause beim Spiel der Kaizer Chiefs. Du musst dir vorstellen du läufst als Europäer im Stadion in Südafrika vor einer Kulisse von ungefähr 20.000 Fans ein, die alle eine andere Sprache sprechen und in einer anderen Kultur leben. Zusätzlich kommt dazu, dass der Fußballsport in Südafrika noch immer hauptsächlich von Dunkelhäutigen gespielt wird. Das heißt du weißt einfach nicht was dich erwartet – das Feedback war aber unglaublich positiv und die Fans haben das mega hart gefeiert und mich wunderbar empfangen! Auch von der obersten Vereinsführung und dem Team gab‘s für meine Show nur Props. Deshalb war das definitiv ein ganz besonderer Moment.

Ein weiterer Höhepunkt war mit Sicherheit auch der 3.Platz bei der Samsung & MOTG (Masters of The Game) Freestyle WM in Abu Dhabi, bei dem unter anderem auch Freestyle-Pros wie Séan Garnier aus Frankreich oder Tokura aus Japan am Start waren.

René Mathussek im DSS Interview

Ein weiterer besonderer Moment liegt eigentlich ganz am Anfang meiner Freestyle Karriere als ich 2006 angefangen habe und direkt bei der WM in Deutschland vor der kompletten brasilianischen Nationalmannschaft mit Ronaldinho, Ronaldo, Kakà, Roberto Carlos und Co. gefreestyled habe.

Gab es schon Profis aus der Bundesliga, welche dir mit großen Augen zugeschaut haben?

René Mathussek: Ja auch aus der Bundesliga haben schon Profis bei meinen Skills zugeschaut, beispielsweise habe ich schon vor der deutschen Nationalmannschaft oder dem VfB Stuttgart meine Show performt, oder auch schon in der Europa League beim RB Salzburg.

Du bist auch in Sachen Mode immer am Puls der Zeit. Deine aktuellen Favoriten unter den Brands?

René Mathussek: Mir ist es wie beim Freestyle wichtig, mich auf meine Weise auszudrücken. Und ich denke durch Fashion hat man die Möglichkeit ohne zu sprechen, schon Statements zu setzen und man kann durch seinen Style zeigen wer man ist.

Meine aktuellen Favorites sind auf jeden Fall Supreme, Off-White, adidas und God Has No Name! Aber auch deutsche Labels wie Marque Noire aus Berlin und Tempelheim aus München sind cool!

Von BW nach BLN

Du lebst in Berlin, aber kommst ursprünglich aus Baden-Württemberg. Wo unterscheidet sich der Lifestyle zwischen beiden Bundesländern?

René Mathussek: Genau ich lebe in Berlin, komme aber gebürtig aus Schwäbisch Gmünd und hab in den letzten Jahren in Freiburg, Stuttgart und Kapstadt gelebt und jetzt hat es mich dieses Jahr nach Berlin gezogen.
Der Lifestyle ist natürlich ein anderer. In Berlin bekommst du mehr geboten, lebst immer am Puls der Zeit und bekommst die neusten Trends direkt mit.
Im Süden geht das ganze etwas konservativer zu und die Leute sind eher vorsichtiger neuen Sachen gegenüber. Deshalb freue ich mich unglaublich nun hier in Berlin zu leben und mein Ding zu machen. Dennoch ist es cool, ab und an in der Heimat zu sein, um meine Familie zu sehen, Ruhe zu finden und zu entspannen.
Was macht den Style der Hauptstadt denn aus?
René Mathussek: Berlin ist eine sehr impulsive Stadt! Es ist eigentlich immer was los. Eine sehr vielfältige Stadt in der man viel erleben kann. Jeder kann sich hier frei entfalten und seiner Sache nachgehen.
Lesetipp: In diesem Interview erklärt adidas Key City PR Manager, Wendelin Hübner ebenfalls die „Berlin Vibes“.
Gibt es Orte in Berlin, welche man als DSS-Leser unbedingt besuchen sollte? 
René Mathussek: Definitiv! Also ganz oben steht da auf jeden Fall The Base von adidas football, die wohl coolste Location in Deutschland um mit seinen Homies zu coolen Beats zocken zu gehen! Die würde ich jedem DSS-Leser empfehlen.

Natürlich bietet Berlin aber viel mehr Orte. Es gibt auch einige coole Streetcourts auf denen man zocken oder abhängen kann. z.B. der Streetcourt an der Warschauer Straße oder der Court an der Alt-Stralau 1 wenn man eher auf Basketball steht. Allgemein gibt es viele Streetcourts in Berlin die zum Trainieren und Abhängen einladen. Arena Berlin und RAW-Gelände sollte man sich auch anschauen wenn man urbane Kultur feiert!

Und ein Geheimtipp von mir ist noch der Teufelsberg. Coole Location mit vielen Graffitis und einer mega Aussicht über Berlin.

Ripped Jeans und Trikot

Fußball und Fashion vermischen sich immer mehr. Ein Indikator für diese Entwicklung dürftest du selbst sein. Kann ich ein Trikot mittlerweile stilsicher auf der Straße tragen? Und wenn ja: wie kombiniere ich es am besten?
René Mathussek: Danke! Cool, dass meine Verknüpfung von Fußball & Fashion so gut wahrgenommen wird!
Trikot? Auf jeden Fall! Kombiniert zu einer Ripped Jeans oder einer lässigen Jogging-Pant geht das aber eigentlich immer klar. Dann noch coole Sneakers dazu und ein fresher Look steht!
Auch Frauen laufen vermehrt in Trikots rum. Hot or Not?
René Mathussek: Definitiv sehr hot! Ich feiere Frauen die Trikots in einen natürlichen Look integrieren.
Lass uns noch tiefer in das Trikot Thema eintauchen. Feierst du eher die neuen und modernen Exemplare? Oder stehst du auf Retro?
René Mathussek: Ich feiere da um ehrlich zu sein kein bestimmtes Genre. Retro ist natürlich immer geil, aber es gibt auch einige moderne Trikots die fresh sind! Also im Endeffekt finde ich ein Trikot dope, wenn es einfach cool aussieht und man es auch abseits des Stadions auf der Straße rocken kann.
Besonders beliebt sind mittlerweile die Jerseys aus den 90ern, was natürlich an den ausgefallenen Designs liegen dürfte. Hast du da einen Favoriten?
René Mathussek: Ja die finde ich auch stark! Das Weltmeister Trikot von unserer DFB-Elf von 1990 gefällt mir da besonders gut.
Wenn wir von Lifestyle sprechen, dann gehört da natürlich auch Musik zu. Welche Tracks laufen während deiner Show? Und welche Künstler chillen in deiner Playlist? Verrate uns doch einfach deine aktuelle Top 10.
René Mathussek: Auf jeden Fall! Musik ist extrem wichtig – bei mir ein täglicher Begleiter. Während meiner Show laufen eigentlich meistens aktuelle Hip-Hop Tracks. Meine aktuelle Top 10 sieht so aus:
  • Migos – Bad and Boujee
  • Steve Angello – Rejoice
  • Kendrick Lamar – Money Trees
  • 20syl – Ongoing Thing
  • Rüfüs Du Sol – Sundream
  • Illy – Papercuts
  • Gucci Mane (feat. Drake) – Both
  • Big Sean – Bounce Back
  • Shindy – Dreams
  • Steve Aoki – Night Call

Nur 10 Tracks zu nennen ist echt schwierig, weil ich mich ziemlich viel mit Musik beschäftige. Aber falls Ihr noch mehr Tracks auschecken wollt, schaut mal auf meiner SoundCloud Page vorbei.

Ihr wollt mehr über René Mathussek erfahren? Dann checkt seine Website, oder besucht ihn auch Facebook und Instagram!

Ein stiller Leser, ist wie jemand im Stadion, der bei einem Sieg nicht jubelt. Das heißt nicht, dass es ihm nicht gefallen hat, aber es merkt auch niemand, dass er das Spiel genossen hat. Und wenn der Jubel ausbleibt, wird selbst eine so großartige Sportart wie der Fußball irgendwann aussterben.

Also ihr stillen Leser da draußen: Wie freuen uns über jedes Like auf Facebook, jeden Kommentar unter den Beiträgen und jede Nachricht via Twitter oder Instagram. Uns ist es wichtig, dass wir wissen, dass das „dasschoenespiel Stadion“ nicht leer ist.

Ein Gedanke zu „Im Interview: Freestyler René Mathussek“

Eine Antwort schreiben
  1. […] Lesetipp: Im Interview mit Freestyler René Mathussek […]

Schreibe eine Antwort

Ich akzeptiere