Bundesliga 2026 – schöne neue Welt

die zukunft der bundesliga

Die Bundesliga wächst und gewinnt auch auf dem internationalen Markt zunehmend an Bedeutung. Nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung ist die zunehmende Kommerzialisierung des deutschen Oberhauses. Mit RB Leipzig steht ein sogenannter Retortenclub an der Spitze der Liga. Aber wo führt uns die Reise hin?

Die Zukunft der Bundesliga – 2026

Es ist Freitag der 04.12.2026. Ein ganz besonderer Tag für jeden Fan eines Bundesliga-Franchise. Heute trifft mein Franchise REWE Köln nämlich auf den viermaligen deutschen Meister Red Bull Leipzig. Seit 2016 spielen die Leipziger nun schon in der Bundesliga. Damals hießen Sie noch RasenBallSport Leipzig, aber mit der Abschaffung der 50+1 Regelung im Jahr 2019 wurden Sie in Red Bull Leipzig umgetauft. Dieser Vorgang ist ganz normal mittlerweile. Nur in München gibt es noch einen „FC Bayern München“. Die anderen Vereine haben allesamt Namen wie „Gazprom Gelsenkirchen 04  „, „VFL VW Wolfsburg“, „VFB Mercedes-Benz Stuttgart“ oder auch „SV Google Hamburg“.  In München konnte der Präsident Philipp Lahm eine solche Umbenennung verhindern. Der deutsche Rekordmeister ist nämlich ein eigener Konzern – entstanden aus einem ganz normalen Fußballverein. Zum FC Bayern München kommen wir aber später, denn mein Sohn und ich müssen jetzt zum Stadion.

REWE Köln vs. Red Bull Leipzig

Draußen wartet schon der Fahrer, oder besser gesagt: Das Fahrzeug. Es ist immer noch ein komisches Gefühl von einem autonom gesteuerten Fahrzeug zur HL-Station gefahren zu werden. HL was? HL ist die Abkürzung für Hyperloop. Der Hyperloop bringt uns in gut 30 Minuten von Hamburg nach Köln, ein Hoch auf die Technik. Diese halbe Stunde kann ich nutzen um meinem Sohn die „alte“ Bundesliga zu erklären. Ich erzähle ihm von Stehplätzen, Bier, Wurstbuden und Ultras. Er schaut mich etwas irritiert an, fast so als käme ich von einem anderen Stern. Denn in 2026 gehören diese Dinge (leider) der Vergangenheit an..

Nun stehen wir also vor der Arena in Köln. Da kommen Erinnerung in mir hoch, denn damals war diese Arena noch ein Stadion mit circa 50.000 Plätzen. So groß ist heutzutage das Trainingsstadion von Real Madrid.. Heute fasst dieses imposante Bauwerk ganze 110.000 Sitzplätze. Die REWE-Arena gehört damit zu den Top 10 Arenen in der Bundesliga. Apropos Bundesliga: Im nächsten Jahr wird die Liga zur „Microsoft Super League“. Der von Bill Gates gegründete Konzern sicherte sich die Namensrechte für 20 Milliarden Bitcoins, ein Schnäppchen!

Nun nehmen wir also auf der Südtribüne der Kölner Arena unseren Sitzplatz ein und ziehen unsere VR-Brillen an. Via Smartphone können wir uns jetzt die Show vor Spielbeginn aussuchen. Heute haben wir die Wahl zwischen Justin Bieber, Kanye West oder Michael Jackson. Ich entscheide mich für Michael Jackson, denn ich fand seine Musik schon bevor er starb ziemlich cool. Nun lässt meine VR-Brille den „King of Pop“ im Mittelkreis der REWE-Arena wieder aufleben – ein tolles Gefühl! Es ist 18:30 Uhr. Mein Sitz vibriert und lässt Michael Jackson vom Spielfeld verschwinden und die Spieler auf dem Platz erscheinen. Die Brille behalte ich weiterhin an, denn so kann ich während des Spiels sämtliche Statistiken aufrufen.

Diesmal sind die Statistiken aber egal, denn das Spiel endet 0:0 und beide Mannschaften bekommen 0 Punkte. Diese Regel wurde 2020 eingeführt um torlose und zugleich langweilige Spiele zu „bestrafen“.

Der Rückweg – Elger verletzt und Bonn auf 1

Auf dem Rückweg rufen wir den Newsfeed des Hyperloops auf. Während des Spiels hatte sich der Topstürmer von Red Bull Leipzig, Sebastian Elger, einen Kreuzbandriss zugezogen und muss nun 2 Wochen pausieren. Noch eine coole Sache die uns die Technik beschert hat, denn damals hätte Elger wohl mindestens 5 Monate pausieren müssen. So kann er seine spielfreie Zeit nutzen um Termine für Sponsoren wahrzunehmen. Ich schaue mir bevor wir ankommen noch eben die News und den Tabellenstand an:

„HARIBO Bonn stürmt Spitze nach furiosem 4:0 gegen Bayern München“ titelt der Kicker. Bootsblog berichtet: „Embolo nun mit Leuchtdioden im Mercurial SFX 4“ und die Sport BILD denkt „Zeit für einen Wechsel? Bayern-Coach Müller angezählt!“ Die Tabelle nach dem 15. von 40 Spieltagen sieht wie folgt aus:

  1. SC HARIBO Bonn 40 Punkte
  2. Red Bull Leipzig 39 Punkte
  3. FC REWE Köln 36 Punkte
  4. SV Google Hamburg 36 Punkte
  5. SAP Hoffenheim 1899 35 Punkte
  6. FC Audi Ingolstadt 33 Punkte
  7. FC Bayern München 32 Punkte
  8. SC Heidelberg Cement 30 Punkte
  9. Gazprom Gelsenkirchen 04
  10. SG Commerzbank Frankfurt
  11. BSC Rocket Internet Berlin
  12. FSV Coface Mainz
  13. SC Vattenfall Freiburg
  14. Borussia Evonik Essen (vormals Dortmund)
  15. FC Adidas Herzogenaurach
  16. VFL Hyperloop Saarbrücken
  17. VFB Mercedes-Benz Stuttgart
  18. VFL VW Wolfsburg
  19. FC Fresenius Taunusstein
  20. 1860 Siemens München

Was sich heutzutage wie ein Wirtschaftsmagazin ließt ist die Tabelle der deutschen Fußballliga. Ich erinnere mich noch an die Fans die gegen RB Leipzig protestiert haben. Was würden diese Fans wohl heute machen? Sie haben sich mittlerweile von der Bundesliga verabschiedet und sind selbst zu Eigentümern von Vereinen geworden..

DUL – Deutsche Ultra Liga

ImJahr 2018 hatten die Ultras der Bundesligisten dann genug von der voranschreitenden Kommerzialisierung der Liga und gründeten kurzerhand eine eigene Liga: Die DUL, oder kurz gesagt „Deutsche Ultra Liga“. Hier spielen ausschließlich die viel zitierten „Traditionsmannschaften“ gegeneinander. Fußballerisch kein Leckerbissen, aber Emotion pur. Und die Liga ist alles andere als ein trauriger Schrei nach Aufmerksamkeit. Mittlerweile werden nämlich die ersten TV-Gelder eingenommen und die Zuschauerzahl wächst quasi linear. Präsident der DUL, Marco Schmidt, betonte zuletzt:

„Die TV-Gelder nutzen wir in der Tat nicht um Gewinne zu erwirtschaften, denn das würde gegen die Prinzipien unserer Gründung verst0ßen. Wir nutzen diese Gelder ausschließlich zur Kostendeckung des laufenden Spielbetriebs, jegliche Überschüsse fließen zu 100% in die Jugendarbeit der Vereine“

Ich schaue mir die DUL auch sehr gerne an, denn die Ticketpreise sind nicht so überzogen wie im „Profifußball“. Zudem macht es mir Spaß an einem verregneten Sonntag ein kampfbetontes Spiel vor 7000 Zuschauern zu sehen. Die obligatorische Stadionwurst darf natürlich nicht fehlen. Besonders einfallsreich: Die kleinen Stadien wurden mitten in die Großsstadt gebaut, meistens auf alten Industriegebieten die seit Jahren ungenutzt blieben.

Zukunft Bundesliga
DUL-Stadion

Ich bin sehr gespannt ob die DUL Ihren Idealen in Zukunft treu bleiben wird und sich weiterhin gegen den „Kommerz“ währt.

FC Bayern München – Global Player

Am Abend mache ich mir öfters Gedanken um die Entwicklung des Fußballs, schließlich begleitet er mich schon eine halbe Ewigkeit. Schon im Jahre 2016 (da startete dasschoenespiel.de übrigens) war der FC Bayern eine Macht im deutschen Oberhaus. Man fing an die internationalen Märkte zu erobern und baute die Marke „FC Bayern Munich“ nach und nach auf. Ähnlich machten es auch der FC Barcelona, Real Madrid und Manchester United.

Sogar das Regelwerk wurde von den Münchnern geprägt. Präsident Philipp Lahm setzte sich vehement für sogenannte „Timeouts“ ein, also kleine Verschnaufpausen mitten im Spiel. Vorbild war die American Football Liga NFL. Der Hintergrund: Man kann so während der Pausen 1-3 Werbespots (je nach Länge) im TV-Stream einblenden. Die FIFA fand diese Idee grandios und nahm Sie in das internationale Regelwerk auf.

Aber weshalb stehen die Bayern in dieser Saison nur auf Platz 7 nach 15 Spieltagen? Ganz einfach, die Belastung auf 6 Hochzeiten zu tanzen, ist trotz 40 Spielern im Kader enorm hoch. Microsoft Super League, Sony Champions League, Whatsapp Cup, FIFA World Club Champions Cup und die Friendly Series by KIA sind doch schon ziemlich heftig. 90 Spiele müssen die Akteure pro Saison bestreiten. Dazu kommen Pressetermine und der Jetleg durch die vielen Reisen. Es ist also kaum möglich das durchschnittliche Gehalt von 100 Millionen Bitcoins pro Saison auszugeben.

Sollte es so weitergehen?

Diese Frage stellen sich mittlerweile ganz viele Fans, Journalisten und Spieler. Die DUL – Deutsche Ultra Liga bekommt nicht ohne Grund einen solchen Zuwachs und wird interessanter, denn die Menschen sind übersättigt. Man kann sich fast rund um die Uhr ein Livespiel anschauen. Was früher ein Luxus war ist 2026 normal. Es ist doch so: Ein gutes Steak ist immer was ganz besonderes, aber gibt es jeden Tag Steak wird es langweilig, oder sogar nervig.

Dasschoenespiel.de gehört zwar auch zu diesem großen Geschäft, aber privat interessiere ich mich immer mehr für die Spiele in den unterklassigen Ligen. Ich bin wirklich gespannt wie es in 10 Jahren, also 2036, aussieht. Ich glaube ich lege meinen Sohn jetzt in seine Schlafkapsel, zeige ihm ein paar Tore von Lukas Podolski und schreibe anschließend über die Liga im Jahr 2036. Bis dann!

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2 Gedanken zu „Bundesliga 2026 – schöne neue Welt

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  1. […] wollt protestieren? Dann setzt euch gegen die KONZERNialisierung der Klubs ein. Ich hatte ja schon in diesem Beitrag beschrieben, wie ich mir die Bundesliga im Jahr 2026 vorstelle. Mittlerweile muss ich sagen, dass […]

  2. […] Digitalisierung im Fußball – Davon quatschten diese Marketingtypen in den Vereinen ja immer wieder. Banden werden digitalisiert, das Stadionerlebnis ebenfalls und Social Media geht auch steil! Aber weshalb hat keiner der europäischen Entscheidungsträger an einen Trikotautomaten gedacht? Diesen findet man nun in Terminal 1 im oben erwähnten Flughafen in Porto Alegre vor! Bock auf einen Schokoriegel? Kein Ding, darf es noch das aktuelle Heimtrikot von Umbro sein? 24/7 und in allen Größen verfügbar. Karte zum bezahlen rein und fertig. So geht Fanshop 2.0! […]

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