Marco Michalzik aus Düsseldorf ist nicht nur Gründer vom beliebten bootsblog, er hat auch ganz schön viel über Fußballschuhe, Stars, Sneakers und die Zukunft des Marktes zu berichten. Zudem zeigt uns Marco auf was wir beim Kauf von Boots achten sollten. Viel Spaß mit dem Interview!

Hallo Marco, zuerst einmal ein riesiges Dankeschön für deine Zusage zum Interview. Wie geht es dir?

Marco Michalzik: Kein Thema, sehr gerne. Mir geht es sehr gut! und selbst?

Könnte etwas wärmer sein, aber passt schon 🙂 Erkläre unseren Lesern und Leserinnen doch in 1,2 kurzen Sätzen wer du bist und was du so machst.

Marco Michalzik: In 1,2 kurzen Sätzen… gar nicht so einfach. Ich denke ich bin wie jeder, der das hier ließt. Fußballfasziniert mit einem besonderen Faible für Marken & Produkte – vor allem Fußballschuhe.

Stichwort Fußballschuhe: In welchem Alter begann das Interesse sich zu manifestieren? Und ab wann wurde eine Leidenschaft draus?
Marco Michalzik: Seitdem ich Fußball spiele, habe ich eine besondere Leidenschaft für Schuhe. Ich wollte schon als kleines Kind immer ganz besondere, möglichst viele und die neuesten Fußballschuhe haben. Das Interesse ist mit den Jahren gewachsen und führte mich schlussendlich dazu einen Blog über mein Hobby zu machen, auf dem ich möglichst viele andere mit meiner Leidenschaft anstecken kann.
Wie kamst du dann auf die Idee zu Boots-Blog.de? Wenn mich nicht alles täuscht warst du einer der ersten Bootsblogger in Deutschland.

Marco Michalzik: Ja bootsblog war dann irgendwo auch der logische Schritt für mich. Mein großes Interesse in Fußballschuhe, aber auch in soziale und digitale Medien sind die Triebfeder gewesen, um etwa genau vor 4 Jahren den Blog zu eröffnen. Auch wenn es eigentlich nur 4 Jahre her ist, hat sich seitdem einige getan. Die Anzahl an Schuhen ist gestiegen und damit auch das Interesse an das, was dahinter steckt. Und auf der anderen Seite ist es schön, was sich daraus alles entwickelt hat. Die enge Zusammenarbeit mit den Brands, aber auch die stetig wachsende Zahl an Medien, Bloggern oder YouTubern, die sich in diesem Bereich bewegen. Das war vor 4 Jahren komplett anders. Da gab es nur eine winzige Gruppe an Leuten, die sich mit dem Thema beschäftigt haben.

Man kann es schon erahnen: Du bist ein absoluter Profi in Sachen Fußballschuhen, welches Modell ist dein absoluter Favorit?

Marco Michalzik: Wenn man nicht nötigt, eine solche schwierige Frage zu beantworten und einen Fußballschuh aus all den Jahren herauszuziehen, dann ist es wohl der Nike Mercurial Vapor II, mit dem zu seiner Zeit Spieler wie Ronaldo, Henry oder auch damals schon CR7 gespielt haben. Einfach ein enorm geiler Schuh, der für mich noch heute etwas mit Prestige zu tun hat. Denn wenn du den Schuh damals getragen hast, musstest du auch wirklich was drauf haben – das war Gesetz.

Was macht denn einen guten Fußballschuh aus? Worauf sollte man beim Kauf achten?

Marco Michalzik: Aus vielen Interviews mit Profis habe ich eine Sache immer ganz deutlich heraushören können: Passform. Die muss einfach stimmen. Der Spieler soll in den Schuh schlüpfen und von Anfang an ein gutes Gefühl vermitteln. Und speziell was diesen Bereich angeht, gab es in der jüngeren Vergangenheit eine enorme Entwicklung. Vor allem dank Obermaterialien wie dem Flyknit oder Primeknit. Für mich persönlich spielt das Design und der Colorway auch eine erhebliche Rolle bei der Schuhauswahl, aber da ist sicherlich jeder sehr eigen. Ich beispielsweise mag schwarze Schuhe zwar für die Sammlung, aber hasse es fast schon sie am Fuß tragen zu müssen.

Wie viele Paare stehen in deinem Schuhregal?

Marco Michalzik: Regal würde ich das schon gar nicht mehr nennen. Ich habe viele im Keller, einige in der Wohnung, aber noch mehr im Büro stehen. Zusammen sind das bestimmt über 200 Paar mittlerweile. Aber ich unterscheide auch das Große und Ganze mit meiner eigentlichen Sammlung. Das sind wirklich Schuhe, die für mich einen materiellen und emotionalen Wert haben. Da gibt es bestimmt so in etwa 80 Paar.

Solche Zahlen kenne ich eigentlich nur aus dem Schuhschrank meiner Freundin. Was sagt deine Liebste zu dieser besonderen Leidenschaft?

Marco Michalzik: Als ich noch alleine wohnte, war meine Wohnung eine Art Schuhmuseum. Für mich absolut geil, weil du jeden Tag deine Schuhe betrachten konntest. Ganz so geil empfand die Freundin das aber dann nicht, sodass ich meine Schuhe umlagern musste. Halb so wild, da wir jetzt mit dem Büro ohnehin viel mit Schuhen gestalten wollten.

Apropos Büro: Ihr habt zur Weihnachtszeit einen Weihnachtsbaum bestehend aus verschieden Schuhen erstellt, wer kam auf diese kreative Idee?

Die Idee mit dem „Boottree“, wie wir ihn genannt haben, kam wirklich sehr spontan. Im Büro hatten wir noch keine wirkliche Weihnachtsstimmung und ein herkömmlicher Baum bedarf zu großer Anstrengung :). Daher haben wir uns die Schuhkartons, die sich ohnehin in Massen im Büro stapeln, genommen und angefangen was zusammenzuschustern. Kam ganz gut an, denke ich, ist aber natürlich jetzt wieder abgeschmückt worden.

Du besitzt bestimmt auch seltene Exemplare, welches Modell ist denn das seltenste Paar in deiner Gallerie?

Der seltenste Schuh müsste der Nike Mercurial Carbon SL SG sein. Davon gab es 2008 nur etwa 800 Paar und wurde auch nur in einem Spiel getragen: Im Champions League Finale Manchester United gegen Chelsea von Cristiano Ronaldo. Das Upper des Schuhs besteht aus Carbon und sieht einfach brutal aus. Passform hingegen ist bei diesem Schuh eine halbe Katastrophe – wirklich damit spielen macht also eher weniger Spaß.

Wo geht die Reise hin? Die Boots werden immer moderner, gibt es bald sogar LED-Fußballschuhe? Wie schätzt du den Markt ein?

Marco Michalzik: Hätte man die Frage vor 2 Jahren gestellt, wäre keiner auf die Idee mit Fußballschuhen ohne Schnürsenkel gekommen. Daher ist die Frage extrem schwer, aber auch so spannend. Es wird immer wieder neue Materialen, Techniken oder Technologien geben, die in Fußballschuhen Anwendung finden. Neuestes Beispiel: Boost von Adidas. Das Material, das sonst nur aus dem Running oder Lifestyle bekannt ist, findet man jetzt in der Sohle des neuen ACE17+. Aber über all dem steht immer der Performance-Aspekt. Die Brands sehen immer den Athleten und seine Leistung im Vordergrund. Daher wird auch alles, was in Fußballschuhen geändert wird, mit der Überzeugung der Performance Verbesserung geschehen. Vielleicht sind auch hier irgendwann die Grenzen erreicht.

Neben großen Brands wie Adidas,Nike oder Puma, drängen auch „kleinere“ Hersteller auf den Markt. Paradebeispiel dürfte Under Armour sein, wie stehen die Chancen für solche Brands den Markt zu erobern?

Eine super Entwicklung, die mit den Jahren kam: kleine Brands, die in anderen Bereichen schon Erfolge gefeiert haben, trauen sich in den Fußballmarkt: Under Armour oder auch New Balance. Beide mit enormen Potential. UA aufgrund ihrer heftigen Präsenz in den USA. New Balance wegen ihrer Heritage im Lifestyle / Sneaker Bereich. Ich glaube für beide gilt es sich weiter zu etablieren und gute Produkte auf den Markt zu bringen. Über dem steht jedoch meiner Meinung nach auch die Produkte an die richtigen Profis zu bringen, denn darauf schauen heute die Kids und potentiellen Kunden. Und das ist auch der Grund wieso Nike und adidas weiterhin erfolgreich bleiben: sie haben Athleten wie Ronaldo, Neymar oder Messi unter vertrag. Die Spieler, die von den jungen Fußball angehimmelt werden. Jeder will so sein wie sie und dann natürlich auch die gleichen Schuhe tragen. Da gilt es für New Balance oder UA in Zukunft aufzubessern, um wirklich langfristig eine Chance zu haben.

Jeder kennt es: Rasenflecken, Matsch oder Staub an den brandneuen Schuhen. Gibt es Profi Tips wie man so etwas verhindern kann?

Marco Michalzik: Speziell gegen Matsch unter dem Fußballschuh an der Sohle hat Nike zuletzt die Anti Clog Technologie auf den Markt geworfen. Diese Technologie verhindert, dass sich Schmutz festsetzt und die Traktion leidet. Geile Innovation, die aber auch ihren stolzen Preis hat. Alles was die Reinigung des Obermaterials anbelangt ist abhängig von der Art des Uppers. Bei synthetischen Materialien kann man beispielsweise vorsichtig mit Nagellackentferner arbeiten und so unnötige Streifen o.Ä. entfernen. Bei den moderneren Materialen wie Primeknit oder Flyknit muss man einfach ständig hinter her sein und nach dem Spiel oder dem Training sofort mit Seife und warmen Wasser die Flecken entfernen. Wenn nichts mehr hilft, kann so ein Schuh vielleicht auch im Schongang in die Waschmaschine. Sollte aber nicht ständig passieren, sonst leidet das Material zu sehr.

Wo geht die Reise von bootsblog hin? Vor kurzer Zeit habt ihr euch 11teamsports angeschlossen, was passiert im Jahr 2017?
Marco Michalzik: Die Reise von bootsblog hat zuletzt einen großen Sprung nach vorne gemacht, nachdem man sich 11teamsports fest angeschlossen hat. Die Jahre zuvor existierte eine enge Kooperation in verschiedenen Bereichen, doch seit Mitte 2016 ist bootsblog nun der offizielle Blog von und auf 11teamsports. Dadurch ergeben sich natürlich immense Möglichkeiten für die Zukunft. Ob jetzt auch Ressourcen Sicht oder aber der Sicht des Contents, wir haben mit 11teamsports eine optimale Symbiose und werden sicherlich in 2017 sehr viel Gas geben können.

Du bist Düsseldorfer durch und durch, bist du auch Fortuna Anhänger? Oder zieht es dich eher nach Köln, Leverkusen, Gladbach oder in das Ruhrgebiet?
Marco Michalzik: Als Düsseldorfer hat man es mit der Fortuna sicherlich nicht leicht. Schlechter Fußball, viel Hin und Her im Verein sind nicht gerade verlockend, um dauerhaft ins Stadion zu gehen und bei den Spielen mitzufiebern. Grundsätzlich bin ich eher ein großer Fan des schönen, modernen und ereignisreichen Fußballs. Und da kann ich auch gerne sagen, dass mir die Art und Weise wie Gladbach in den letzten Jahren aufgetreten ist – auf dem Platz, aber vor allem aus Management Sicht – enorm gefällt und ich gerne Spiele von Gladbach anschaue.

Boots stehen auch bei den Profis ganz hoch im Kurs. Welcher Star ist deiner Meinung nach der verrückteste Bootnerd in der Bundesliga?

Marco Michalzik: Leider gibt es nur wenige Spieler, die sich einiges zutrauen, was ihr Schuhwerk angeht. Klar, Aubameyang ist sicherlich der verrückteste Typ – nicht nur sein Style abseits des Platzes, sondern auch die Fußballschuhe in seiner Vergangenheit waren heftig ausgefallen.

Nicht nur die Profis können von professionellem Equipment profitieren. Seit einigen Monaten unterstützt ihr einen Amateurverein, den TuS Gerresheim, was hat es damit auf sich?

Marco Michalzik: Der TuS Gerresheim ist ein klassischer Amateuerverein in Düsseldorf. Die 1. Mannschaft der Fußball-Abteilung spielt in der Kreisliga und hat sich dort in den letzten 10 Jahren immer wieder als Favorit positioniert, den Sprung eine Liga höher aber nie geschafft. Bei bootsblog ist der Verein jetzt in den Fokus gerückt, da wir grundsätzlich im Amateurfußball enorm viel Potential sehen und er auch leider auf der großen digitalen Bühne viel zu selten gewürdigt wird. TuS Gerresheim und bootsblog haben daher in dieser Saison ein gemeinsames Projekt am Laufen, wo wir die 1. Mannschaft so professionell ausstatten, wie sonst nur Profimannschaften. Denn die teilweise fehlende Ausrüstung ist ein großes Problem bei vielen Vereinen. „Auf dem Platz aussehen wie ein Bundesligist und spielen wie in der Kreisliga“ ist so ein wenig das Motto dahinter. Denn wer fühlt sich nicht gerne ein bisschen wie ein Profi? Auch wenn man nur in der Kreisliga unterwegs ist. So besitzt die Truppe von TuS Gerresheim seit Anfang der Saison eine komplette Ausstattung von Nike und ist von Kopf bis Fuß – im Training, Spiel oder abseits des Platzes, heftigst ausgerüstet.

Abseits des Platzes ist ein gutes Stichwort: Sind Sneaker dir so wichtig wie Fußballschuhe? Hast du Favoriten?
Marco Michalzik: Sneaker sind enorm angesagt bei mir persönlich. Ich würde mich auf keinen Fall als klassischen Sneakerhead bezeichnen – dafür fehlt mir die Erfahrung und auch das Wissen – aber dennoch liebe ich es neue Sneaker zu tragen. Bin da wohl auch eher klassisch unterwegs und feiere AirMax oder Tennis Classic. Yeezys, NMD’s finde ich auch sehr nice, nur leider für normalsterbliche schwer zu bekommen. Einen NMD habe ich selber, der vom Tragekomfort Weltklasse ist.

Es kommen immer mehr vom Fußball inspirierte Sneaker auf den Markt. Gute Idee oder zu viel des Guten?

Fußballinspirierter Lifestyle, egal ob Footwear oder Apparel, geht genau in die richtige Richtung. Man muss aber aufpassen, dass man nicht alles miteinander vermischen will. So sind Sneaker wie der Ultraboost, Mercurial Zoom oder Magista Footscpae eine geile Möglichkeit um seinen Liebelingsfußballschuh auch auf der Straße anzuziehen. Aber oftmals wird’s zu wild und der Mix aus Lifestyle und Fußball ist zu stark gewollt. Adidas neuester Hit ist die Tango Serie, die ich von den Styles her ganz nice finde, wobei auch viele No Go’s dabei sind. Der Markt verändert sich ständig. Neue Trends kommen und andere gehen. Trends von vor 10 Jahren werden wieder aufgelebt und von allen krass abgefeiert. Ich denke, dass alle Marken versuchen Vorreiter im Fußball sein wollen, aber nur die wenigsten schaffen es.

Wir stehen noch am Anfang des Kalenders. Was erwartest du in diesem Jahr vom Markt?

Marco Michalzik: Ich bin sehr gespannt, wie sich Marken wie Under Armour oder New Balance noch entwickeln. Und im Kampf zwischen Nike und Adidas freue ich mich darauf zu sehen, wie beide es immer wieder schaffen neue Produkte, aber auch Kampagnen auf den Markt zu bringen.

Wir dürfen also gespannt sein! Marco, vielen Dank für deine Zeit. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit bootsblog und allen anderen Projekten. Ich werde definitiv am Ball bleiben 🙂

Marco Michalzik: Kein Thema! Es hat Spaß gemacht 🙂

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