Wow! Als ich mich am gestrigen Donnerstag durch die einschlägig bekannten Sport Gazetten klickte, war ein Thema sehr beliebt: Die Sperre von Hakan Calhanoglu. Ich war schockiert, denn 4 Monate Sperre bedeuten das Saisonaus für den türkischen Nationalspieler. Ist dieses Urteil zu hart? Hätte man das Problem nicht anders lösen können?

Der Fall Calhanoglu – Was ist vorgefallen?

Falls du es noch nicht mitbekommen haben solltest, erkläre ich dir den Sachverhalt gerne. Im Jahr 2011 spielte Hakan Calhanoglu noch für den Karlsruher SC in der zweiten Liga.  Im selben Jahr unterzeichnete der damals 17! jährige Mittelfeldspieler einen Vertrag mit dem türkischen Erstligisten Trabzonspor. Die Reise zu „Trabzon“ trat der Freistoßspezialist jedoch nie an, da Calhanoglu seinen Vertrag in Karlsruhe doch lieber verlängerte.

Aber wie kann ein 17 jähriger Spieler einen Vertrag unterzeichnen? Schießlich war die Nummer 6 der Türkei zu dem Zeitpunkt noch nicht „voll geschäftsfähig“.. Hintergrund: Sein Vater Hüseyin handelte den Vertrag mit Trabzonspor aus und Hakan sollte seine Unterschrift drunter setzen, was er schlussendlich auch getan hat.

6 Jahre später sperrte der CAS (internationaler Sportgerichtshof) den Mittelfeldmann nun für satte 4 Monate. Zudem muss der Leverkusener 100.000 Euro Strafe zahlen.

Ich habe zu der Sperre eine ganz klare Meinung..

Calhanoglu Strafe richtet nichts als Schaden an

Vertrag ist Vertrag. Egal ob mündlich, schriftlich oder per Handschlag. Ich glaube darüber müssen wir nicht diskutieren. Deshalb widme ich mich lieber der Strafe, welche in meinen Augen keinen Bezug zur Realität hat und im Grunde genommen keinem so wirklich hilft.

Zuerst: Nehme ich einen Spieler mitten in der laufenden Saison für 4 Monate aus dem Spielbetrieb, dann kann man schon von einem enormen Karriereschaden sprechen. Strafe muss sein, aber was kann Bayer Leverkusen dafür? Schließlich stand Calhanoglu zu dieser Zeit nicht bei der Werkself unter Vertrag. Nun steht für die Leverkusener eine schwierige Rückrunde an und in der Champions League ist man ebenfalls noch im Rennen. Jetzt knickt also mal eben der kreative Kopf aus dem Mittelfeld weg. Reagieren können die Leverkusener nicht mehr, denn der Transfermarkt war zur Urteilsverkündung bereits geschlossen.

Wir sprechen also von einem großen Schaden, denn Leverkusen muss natürlich weiterhin das Gehalt von Calhanoglu zahlen, obwohl er keine Leistung bringen kann.

„Mein Vater kam nach Hause und sagte: Hakan, du musst den Vertrag unterschreiben.“

Korrekt war das Verhalten des türkischen Nationalspielers definitiv nicht, aber ist man mit 17 überhaupt in der Lage solch schwierige Entscheidungen treffen zu können? Ich habe da eine klare Meinung: Nein! Wenn der eigene Vater dir den Vertrag vorlegt, dann denkst du nicht lange nach, denn der eigene Vater will mit Sicherheit nur das beste für den Sohn.

„Ich war 17 Jahre alt und war mir der Tragweite nicht bewusst. Ich hatte doch nur Fußball im Kopf. Ich habe meinem Vater vertraut.“

Meiner Meinung nach hätte man lieber ein halbes Jahresgehalt des Spielers als Strafe festgesetzt. Somit wäre kein Nachteil für Bayer 04 entstanden. Von einer Sperre hat keiner was, weder der CAS, noch Trabzonspor.

Generell sollte man die Verträge mit U18-Spielern hinterfragen, denn oftmals sind die Jungs mental noch nicht reif genug um solch schwierige Entscheidungen treffen zu können.

Immerhin steht der Verein hinter seinem Spieler, was ich persönlich sehr stark finde!

 

Ich hoffe in Zukunft werden die beratenden Personen um die Spieler herum zur Rechenschaft gezogen, denn die (falschen) Berater sind nicht selten der Initialzünder solcher Katastrophen. Im Fall von Hakan Calhanoglu denke ich aber, dass Vater Hüseyin tatsächlich nur seinem Sohn helfen wollte. Dumm gelaufen, aber so ist es nun also. Wahrscheinlich wird der Vater diese Aktion zutiefst bereuen..

Für Hakan hoffe ich, dass das Problem schnell verarbeitet wird und er in 4 Monaten wieder das machen kann was er am meisten liebt: Fußball spielen!

2 Kommentare

  1. Mir war dunkel so, als dürfte unter 18 gar nicht international transferiert werden? Irgendwie hab ich im Kopf, dass Barca deswegen mal eins auf den Deckel bekommen hat. Letztendlich egal, 6 Jahre später ist das Ganze witzlos, wenn nicht sogar ohnehin verjährt. Und hätte eine Geldstrafe nicht gereicht (wobei ich den Betrag auch unpassend finde)?
    Wenn Familienmitglieder als Berater tätig werden, kann das schnell nach hinten los gehen. Irgendwer wird immer übervorteilt.

    • Da hast du definitiv Recht mit! Ich denke, dass das in Zukunft eine immer krassere Rolle spielen wird (leider). Insbesondere bei den Transfers von Minderjährigen. Wir werden sehen was die Zukunft bringt. Ach ja, vielen Dank für dein Kommentar 🙂

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