Casual Kultur: Ein Stil für die Ewigkeit?!

Was bedeutet Casual Kultur eigentlich?

Schauspieler, Musiker oder in der Neuzeit auch „Influencer“ – All diese Personen bzw. Berufsgruppen sind, wenn es um Mode geht, echte Vorbilder für die Jugend. Und alkoholisierte, zugekokste und gewaltbereite Anhänger auf den Stehplatztribünen dieser Welt? Auch diese Jungs sind Influencer und prägen seit fast 50 Jahren einen unverkennbaren Stil! Ob ich das wirklich ernst meine? Ganz sicher. Lasst uns gemeinsam diese neue Kategorie auf dasschoenespiel.de entdecken und auf eine spannende Reise durch die Geschichte der sogenannten „Casuals“ gehen, um die Intention hinter dieser stilsicheren Bewegung verstehen zu können.

Casual Kultur: Angefangen hat alles im Liverpool der 70er Jahre

Oftmals werden die Begriffe „Ultra“ und „Casual“  vermischt, was im Prinzip auch eine logische Sache ist, denn beide Kulturen haben sehr viele Gemeinsamkeiten.

Nicht selten wird den Ultras vorgeworfen, dass man sich nicht für den Fußball selbst interessiert, sondern nur ins Stadion geht, um Krawalle zu machen und seinen Aggressionen freien Lauf lassen zu können. Ist das denn wirklich so? Kann bei manchen Ultras schon gut möglich sein, aber ich bin kein Fan von der „Kennste einen, kennste alle“ – These. Die großen Medienhäuser hingegen schon, denn dort wird einfach jeder auffällige Zuschauer gleich als Hooligan tituliert, was meines Erachtens nach ziemlich unfair und auf die Unwissenheit der dort tätigen Journalisten zurückzuführen ist. Harte Worte, ich weiß!

Die Geburtsstätte der englischen Casuals war definitiv das Stadion an der Anfield Road in Liverpool, oder besser gesagt: The Kop! 1977 holten die „Reds“ nämlich den Europapokal der Landesmeister, also den Vorgänger der Champions League. Und dieser Titel war quasi ein wichtiger Eckpfeiler für die Entwicklung der Casuals

Casual Kultur: Gut gekleidete Chaoten

Die jungen Fans aus England hatten schon damals eine Vorliebe für Gewalt! Allerdings darf man diese Gruppierungen nicht mit den klassischen Hooligans verwechseln, welche in den meisten Fällen keinen Bezug zum „schönen Spiel“ haben. Casuals kann man quasi als gut gekleidete Ultras bezeichnen, welche zwar gewaltbereit sind, aber im Gegensatz zu Hooligans für den Verein ins Stadion kommen!

Aber lasst uns zurück zum FC Liverpool und den jungen Casuals aus den 70ern kommen. Im Europapokal bzw. in der Champions League kommt man gut rum, klar. Die Auswärtstouren der Casuals des FC Liverpool führten in die verschiedensten Länder Europas. Egal ob Italien, Frankreich oder Deutschland – die Fans der Reds begleiteten das Team auf dem kompletten Kontinent. Diese Auswärtsfahrten waren nicht nur gespickt mit viel Alkohol, Sex und Koks, sondern beinhalteten auch ausgiebige Shoppingtouren durch die angesagtesten Boutiquen des alten Europas. Ob ich das wirklich ernst meine? Ja, denn Casuals sind zwar eine gewaltbereite Zunft, aber halt auch sehr stilsicher!

Wie stellt man sich den deutschen Ultra vor? Ich denke, dass das Bild in New Balance Sneakern, schwarzen Hoodies oder Sweatern, ziemlich kurzen Haaren und der obligatorischen Bauchtasche von Eastpack ziemlich gut gezeichnet ist. Und genau an dieser Stelle unterscheiden sich die Casuals vom Ultra!

Der Ultra in Deutschland fand seine Inspiration eher in Italien und steht auf „Uniform“. Die englischen Casuals entwickelten ihren eigenen Style, welcher mittlerweile von der Jugend kopiert wird.

Aus der englischen Arbeiterklasse kommend, wollten diese Jungs nicht nur rebellieren und Spaß haben – Sie wollten dabei auch gut aussehen! Auf der Insel waren Labels wie Lacoste damals noch nicht wirklich bekannt, was die Casuals ausnutzen konnten, um einen eigenen und möglichst individuellen Stil zu kreieren. Zudem wollten die Jungs sich von den älteren Hardcore-Fans abnabeln, welche damals noch als „Skins“ unterwegs und eher der rechten Schiene zuzuordnen waren.

Die „Casual Kultur“ hat – im Gegensatz zu der Bewegung der Skins- bis heute eine riesige Anhängerschaft. Was verständlich ist, denn diese Kunst (Ja, es ist definitiv eine Kunst), kann man nur abfeiern!

Casual Kultur: Styles und Shops

Das Poloshirt von Fred Perry war bis zum letzten Knopf zugeknöpft, dazu trug man eine gut sitzende Jeans und Trainer von adidas! Im Winter war ein Parka von Stone Island ganz gut. Wichtig: nur ein Stone Island Piece tragen!

Casual Kultur Kleidung
Beliebt in der Szene: Der „Hamburg“ von adidas

Und auf dem Kopf? Da war bzw. ist es kurz, aber nicht kahl!

Alle Infos zur Casual Kultur Kleidung bekommt ihr hier!

Während meiner Recherche bin ich dann auch noch auf einen für Casuals spezialisierten Shop gestoßen! Ich hatte den Namen Casualcouture.de zuvor noch nie gehört und war echt positiv überrascht! Der Store mit zwei Ladenlokalen in Hamburg und der „Modehauptstadt“ Düsseldorf hat alles was das Herz von modebewussten Männern begehrt im Angebot! Egal ob Sneaker, Jeans, Shirts oder Accessoires – die Jungs haben viele coole Pieces im Angebot! Schaut einfach mal rein…

Casual Kultur: Influencer auf Instagram

Natürlich dürfen die zum Lifestyle eines Casuals dazugehörigen Accounts auf Instagram nicht fehlen! Viele kümmern sich nur um Mode, während sich andere Kanäle auch den gewalttätigen Auseinandersetzungen im Rahmen des Fußballs widmen – was auf dasschoenespiel.de allerdings nicht supportet wird!

Hier könnt ihr euch einige spannende Casual-Accounts ansehen, um euch vielleicht einige Impressionen für eure Garderobe zu holen. Zukünftig werden auf dieser Seite in regelmäßigen Abständen Themen aus der „Welt der Casuals“ kommen. Das Thema Casual Kultur interessiert mich sehr und ich hoffe, dass das Thema zukünftig noch mehr Aufmerksamkeit bekommt!

 

Egal on Hintergründe, Personen oder coole Styles – jedes Thema findet hier zukünftig einen Platz! Ihr habt coole Ideen für interessante Stories? Dann lasst es mich wissen und kontaktiert mich 🙂

In der kommenden Woche wird es um Casuals in den USA gehen!

Ein stiller Leser, ist wie jemand im Stadion, der bei einem Sieg nicht jubelt. Das heißt nicht, dass es ihm nicht gefallen hat, aber es merkt auch niemand, dass er das Spiel genossen hat. Und wenn der Jubel ausbleibt, wird selbst eine so großartige Sportart wie der Fußball irgendwann aussterben.

Also ihr stillen Leser da draußen: Ich freue mich über jedes Like auf Facebook, jeden Kommentar unter meinen Beiträgen und jede Nachricht via Twitter oder Instagram. Mir ist wichtig, dass ich weiß, dass das „dasschoenespiel Stadion“ nicht leer ist.

1 Kommentar

  1. Servus Phil! Sehr gut beschrieben 🙂 Freue mich auf weitere Teile und hab noch eine Idee: du könntest einen kompletten Style-Guide für Casuals schreiben, wenn du Bock hast!

    Sportliche Grüße aus Nürnberg

    Sven

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