5 Trikots und ihre Geschichte. Klingt nicht spannend? Ist es aber! Trikots sind mehr als nur ein Stück Stoff. Jedes Trikot ist ein Unikat in Sachen Design und der Story dahinter. In Trikots werden große und kleine Geschichten geschrieben. Sie machen kleine und große Kinder gleichermaßen glücklich. Sie werden gesammelt, getauscht, verkauft und verehrt – auch von mir! Deshalb habe ich in diesem Beitrag versucht, fünf besondere Trikots zu finden, welche eine aufschlussreiche Story verbergen. Viel Spaß!

5 Trikots und ihre Geschichte

5 Trikots und ihre Geschichte – Brasilien

Das Heimtrikot von Brasilien aus dem Jahr 2002 ist nicht wirklich „selten“, aber trotzdem ein zeitloser Klassiker!

Für mich ist dieses Trikot sogar eins der wertvollsten Trikots ever! Vom Design her definitiv nichts besonderes, aber Spieler wie Ronaldo, Rivaldo, Cafu und Co prägten diese Epoche enorm! Die WM in Japan und Südkorea war für mich (damals 10 Jahre alt) meine erste WM, welche ich aktiv verfolgen konnte. Und diese Brasilianer hatten mich einfach geflasht! Der lockere Spielstil, viele technische Schmankerl und höchste Präzision vor dem gegnerischen Tor – einfach nur krass! Selbst beim Finale gegen Deutschland konnte ich nicht wirklich traurig sein 🙂

Man hätte meinen können, dass Spieler wie z.B. Ronaldinho mit dem Ball schlafen gehen und ihn zuvor den ganzen Tag gestreichelt haben. Der Charakter des Strassenfußball´s war förmlich zu spüren…

Wenn man sich an die Freistöße von Roberto Carlos erinnert, dann fragt man sich gerne mal: „Wie zum Teufel…?“ Genau… Wäre wahrscheinlich auch für Physiker nicht ganz easy zu beantworten.

Schlussendlich will ich euch einfach sagen, dass das Trikot wegen der brasilianischen Ballkultur in meine Auflistung gehört! Diese Liebe zum Ball hat auch mich nachhaltig geprägt und mir diesen faszinierenden Sport näher gebracht…

Übrigens: Gelb und Grün ist das Trikot „erst“ seit 1950, denn davor trug die „Selecao“ Weiß! Abgeschafft wurde das Design, weil man das Endspiel der WM 1950 im eigenen Land gegen Uruguay verlor. Purer Aberglaube also, oder?

Mit den Gelb-Grünen Trikots lief es jedenfalls besser und man holte bis jetzt 5 Weltmeistertitel. Das Gelb steht übrigens für die vielen Bodenreichtümer der Brasilianer (Gold) und das Grün symbolisiert den prächtigen Regenwald des Amazonas (Nein liebe Kinder, damit ist nicht dieser große Onlineshop gemeint) 🙂 Der Wechsel hat sich also gelohnt…

5 Trikots und ihre Geschichte – Ajax Cape Town

Was ist Ajax Amsterdam für euch? …

Habt ihr nachgedacht? Dann kam euch mit absoluter Sicherheit die hervorragende Jugendarbeit in der Fußballschule von Ajax in den Kopf, oder?

Unvergessliche Spieler wie Edgar Davids, Johan Cruyff, Clarence Seedorf, Patrick Kluivert, Dennis Bergkamp und so weiter.. Über diese Talente könnte man locker einen eigenen Artikel schreiben, wenn ihr da Interesse habt, dann hinterlasst mir doch einfach ein „#ajax“ in den Kommentaren 🙂

Dieses Trikot von 2015 kommt allerdings nicht aus Amsterdam, sondern aus Kapstadt! Ajax Amsterdam betreibt seit 1999 auch in Südafrika eine strukturierte Jugendarbeit. Man kaufte zwei Vereine (Cape Town Spurs und Seven Stars) und fusionierte beide Klubs zu „Ajax Cape Town“…

Ziel ist, dass das Nachwuchsprogramm von Ajax zusätzlich mit afrikanischen Spielern gefördert wird. Hier landen also afrikanische Talente und können in der 1. Liga Südafrikas erste Erfahrungen sammeln, um möglicherweise den Sprung nach Amsterdam zu schaffen.

Afrikaner wie Eyong Enoh, John Obi Mikel oder der Ex-Dortmunder Steven Pienaar schafften den Sprung und legten in Kapstadt den Grundstein für eine erfolgreiche Karriere.

Optisch sind auch die Trikots von Ajax Cape Town zu 100% im Ajax Amsterdam Style gehalten. Das Logo unterscheidet sich ebenfalls kaum von dem der Amsterdamer, denn „Amsterdam“ wurde einfach durch „Cape Town“ ersetzt.

Wenn man überlegt, dass dieses Projekt schon seit 1999 läuft, dann sind die Red Bull Ableger in Leipzig, Salzburg, New York und Sao Paulo wirklich keine Weltneuheit. Auch die „City Football Group“ betreibt diese viel zitierten „Farmteams“ in Manchester, New York, Melbourne, Yokohama und seit Februar 2017 auch in Torgue, Uruguay!

5 Trikots und ihre Geschichte – UdSSR

Als die UdSSR im Jahre 1922 gegründet wurde, gab es von der FIFA ein Verbot, welches den Mitgliedern die sportliche Auseinandersetzung mit der UdSSR untersagte. Lediglich die Türkei widersetzte sich und trat mit einer Universitäts oder Stadtauswahl gegen die Sowjets an. 1946 erkannte die FIFA dann die sowjetische Nationalmannschaft offiziell an. Bis zum ersten offiziellen Länderspiel dauerte es allerdings bis ins Jahr 1952…

Auf dem Trikot prankte ein kyrillisches CCCP, was zugleich auch das größte Wiedererkennungsmerkmal des Teams war. Die Farbkombinationen der Trikots waren selbstverständlich im kommunistischen Rot gehalten und wurden mit weißen Shorts kombiniert. Einen Ausrüster gab es damals noch nicht, denn natürlich war das nicht mit dem Kommunismus unter Stalin vereinbar.

Zur WM 1986 liefen die Sowjets dann in Trikots von adidas auf und schieden im Achtelfinale gegen Belgien aus.

Der größte „Star“ der UdSSR war Oleh Blochin, welcher in 101 Länderspielen 35 Tore erzielte und 1975 zu „Europas Fußballer des Jahres“ gewählt wurde.

5 Trikots und ihre Geschichte – Boca Juniors

Die blaugelben Trikots der Boca Juniors sind nicht nur in Argentinien sehr gefragt, sondern werden auf der ganzen Welt getragen. Woran das liegt? Höchstwahrscheinlich am „Boca-Spirit“… Aber weshalb tragen die Jungs aus dem Stadtteil La Boca überhaupt Blau und Gelb? Glaubt mir, die Geschichte von Boca ist weitaus größer als die Namen Maradona, Veron, Riquelme und Tevez!

Gegründet wurden die Juniors im Jahr 1905 von italienischen Einwanderern aus Genua. La Boca selbst ist ein Armenviertel in Buenos Aires, der Hauptstadt von Argentinien. Zu den italienischen Einwanderern gesellte sich ein gewisser Ire namens Patrick MacCarthey, welcher laut Gerüchten für den Zusatz „Juniors“ verantwortlich ist.

Die Farben Blau und Gelb sollten ursprünglich eigentlich Rot und Weiß sein, aber da gab es ein Problem…

Der Lokalrivale River Plate beanspruchte diese Farben ebenfalls für sich, deshalb gab es ein Spiel um die Farben, welches River Plate für sich entschieden hatte. Währenddessen soll im Hafen von Buenos Aires ein schwedisches Schiff gelegen haben. Wer jetzt 1 und 1 zusammenzählt, der weiß, wie die Juniors auf diese Farben kamen. Eine romantische Story, oder?

Die Rivalität zwischen den Boca Juniors und River Plate ist bis heute omnipräsent. La Boca ist ein Arbeiter-, Emigranten- und Armenviertel. Núñez, also das „River Plate Viertel“, beheimatet viele Menschen aus der Mittel- und Oberschicht.

Zu den Derbys geht es immer heiß her in Argentinien, was kein Wunder ist…

40% aller Argentinier halten nämlich zu Boca, während River Plate 33% der Bevölkerung anzieht. Die restlichen 27% fallen auf die anderen Vereine der Primera Division.

Ich selbst finde die Boca Juniors cooler, weil mir einfach die Farben eher gefallen. Ziemlich einfach diese Begründung, ich weiß…

…aber so fangen viele Beziehungen zwischen Menschen und Klubs an! Apropos Klubs, lasst mich doch wissen, welchem Verein ihr die Daumen drückt!

Zum Abschluss noch eine verrückte Story! Am Stadion der Boca Juniors hängen die Werbetafeln von Coca Cola in einem schwarzweißen Farbton, weil man mit Rot und Weiß ja schließlich die Farben des Erzrivalen im Stadion hängen hätte, was natürlich nicht funktionieren kann im „La Bombonera„!

An der Stelle möchte ich euch noch eine coole Doku über die Boca Juniors empfehlen: bei Netflix solltet ihr euch unbedingt „Boca Juniors 3D: The Movie“ anschauen! Ist leider nur auf Englisch verfügbar, aber mit deutschem Untertitel genießbar 🙂

5 Trikots und ihre Geschichte – 1. FC Köln

Das letzte Trikot ist zugleich auch mein erstes Trikot überhaupt! Mein mittlerweile verstorbener Opa schenkte es mir zu meinem 9. Geburtstag im Jahr 2001 und ich trage es auch noch 16 Jahre später mit Stolz!

Wovon ich spreche? Von dem roten Heimtrikot des 1. FC Köln aus der Saison 2001/2002. Für mich fing damit die Liebe zu meinem Herzensverein erst richtig an. Die ersten Besuche im alten Müngersdorfer Stadion und am Geißbockheim waren grandios, auch wenn es sportlich ziemlich beschissen lief, das interessiert Kinder in dem Alter nicht!

Für mich war Dirk Lottner einfach nur ein Held, deshalb ließ mein Opa auch die Nummer 30 auf das Trikot machen. Seine Freistöße waren einfach der Hammer und sein kölsches Herz sogar noch cooler!

Vielleicht ist dieses PUMA Trikot mit einem Versicherer als Sponsor nicht legendär, aber das erste Trikot vergisst man einfach nie

Welches war euer erstes Trikot? Schreibt es mir in die Kommentare 🙂

Ein stiller Leser, ist wie jemand im Stadion, der bei einem Sieg nicht jubelt. Das heißt nicht, dass es ihm nicht gefallen hat, aber es merkt auch niemand, dass er das Spiel genossen hat. Und wenn der Jubel ausbleibt, wird selbst eine so großartige Sportart wie der Fußball irgendwann aussterben.

Also ihr stillen Leser da draußen: Ich freue mich über jedes Like auf Facebook, jeden Kommentar unter meinen Beiträgen und jede Nachricht via Twitter oder Instagram. Mir ist wichtig, dass ich weiß, dass das „dasschoenespiel Stadion“ nicht leer ist 🙂

2 Kommentare

  1. Mahlzeit! Erstmal möchte ich dir ein riesiges Lob aussprechen. Momentan schreiben immer mehr Blogger schlecht getarnte Werbeartikel, aber bei dir bemerkt man dir Arbeit und Passion dahinter! Weiter so 🙂

    Ach ja: mein Lieblingstrikot ist das neue von meinen Paulianern, denn das Design ist schon echt cool geworden bei allen 3 Trikots!

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